Konfliktpartnerschaft zwischen konfessionellen Wohlfahrtsverbänden und Staat in der Krise des Migrationsstaates 2015/2016

Der gemeinsam mit Wolfgang Schroeder verfasste Aufsatz über die Flüchtlingshilfe und -politik von Diakonie und Caritas ist im Sammelband Flucht und Migration in Europa erschienen. Dieser von Oliver Hidalgo und Gert Pickel herausgegebene Band beschäftigt sich mit dem neuen Bereich der Verbindung zwischen Fluchtbewegungen, Geflüchteten und Religion. Dies impliziert Fragen, ob Religion eine Integrationsressource in den Aufnahmegesellschaften darstellt oder sich als Hemmnis für eine erfolgreiche Integration erweist. Dabei kommt politischen wie religiösen Institutionen eine große Bedeutung zu. Diese wird im Buch aus unterschiedlichen Perspektiven und unter Nutzung neuen empirischen Materials beleuchtet.

Zusammenfassung: Während der Krise des „Migrationsstaates“ (Hollifield 2004) in den Jahren 2015 und 2016 suchte die Bundesregierung die Unterstützung der Zivilgesellschaft, auch die der Kirchen und ihrer Wohlfahrtsverbände, welche zu den engagiertesten Verfechtern einer „Willkommenskultur“ in Deutschland zählen. Zugleich setzte die Regierung umgehend nach der „Grenzöffnung“ vom 4. September 2015 auf eine staatliche Politik der Beschleunigung der Asylverfahren sowie auf eine Verringerung der Flüchtlingszahlen durch die Bestimmung weiterer sicherer Herkunftsländer und letztlich durch schnellere Abschiebungen. Mit ihrer advokatorischen Politik zugunsten der Flüchtlinge standen die Kirchen in einem strukturellen Konfliktverhältnis zu den staatlich verfolgten Zielen.

Zitation: Schroeder, Wolfgang; Kiepe, Lukas (2019): Konfliktpartnerschaft zwischen konfessionellen Wohlfahrts- verbänden und Staat in der Krise des Migrationsstaates 2015/2016. In: Oliver Hidalgo und Gert Pickel (Hg.): Flucht und Migration in Europa. Neue Herausforderungen für Parteien, Kirchen und Religionsgemeinschaften. Wiesbaden: Springer VS, S. 161–188.

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